Maibaum
 

Er ist in vielen bayrischen Gemeinden daheim und so auch in Unterhaching – der Maibaum.
Gemäß der Tradition wird dieser alle 4 Jahre von den Birker Burschen Unterhaching aufgestellt. Das nächste mal ist es in Unterhaching am 1. Mai 2020 soweit!

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Die Geschichte

1953 wurde beschlossen, den 1. Maibaum nach dem Krieg vor der Bäckerei Kiermaier aufzustellen. Bereits damals wurde das Wachlokal am Glonner Hof eingerichtet, das bis 2009 immer wieder in Anspruch genommen wird. Dass am 1. Mai 1964 sogar das Fernsehen beim Aufstellen zugegen war, stellte für Unterhaching damals eine kleine Sensation dar. 1968 wurde wieder ein Maibaum nicht wie ursprünglich vorgesehen am alten Platz aufgestellt, sondern aus verkehrstechnischen Gründen vor dem Gasthaus Kammerloher. Dazu musste das neu betonierte Fundament ausgegraben und an seinen neuen Standplatz verlegt werden, wo es bis heute steht. Gemäß der Tradition wurde im Jahr 2005 ein neuer Maibaum aufgestellt, der aber zum Bedauern aller Unterhachinger aufgrund seines schlechten Zustandes schon im Frühjahr 2008 umgeschnitten werden musste. Nachdem übergangsweise der erste und somit höchste Maibaumstammtisch in ganz Bayern den Platz einnahm, musste dieser am 1. Mai 2009 dem neuen Maibaums weichen.

Zuletzt wurde am 1. Mai 2013 ein neuer Maibaum aufgestellt. Viele Fotos davon sind in unserer Galerie zu finden.

Und so funktioniert's

Umschneiden des neuen Maibaums

Zum Jahreswechsel machen sich die Burschen und Altburschen auf den Weg in die Wälder der Umgebung, um das auserwählte Exemplar, das in Unterhaching traditionell von einem Gönner gespendet wird, zu fällen, bevor der Baum im Frühjahr wieder anfängt Wasser zu ziehen. Nachdem aber das Fällen bei einem Baum von über 30 Meter Länge nicht immer ohne Verluste von statten geht werden im Vorfeld gleich mehrere mögliche Exemplare ausgewählt. Anschließend wird der Baum noch entastet, von seiner Rinde befreit (gescheppst) und bis Mitte März auf zurechtgeschnittenen Baumstämmen im Wald gelagert.

Umschneiden des alten Maibaums

Damit am 1. Mai der Maibaum in seiner neuen Heimat aufgestellt werden kann muss der Alte erst einmal weichen. Und so geht es Anfang Februar dem alten Maibaum mittels Fichtenmoped und Drehleiter der Feuerwehr Meter für Meter an den Kragen, wobei die letzten 15 Meter für die traditionelle Fallwette auf den Parkplatz des Kammerloher stehen bleiben. Sollte dies, wie in 2008, leider nicht möglich sein wird die Fallwette kurzerhand durch eine Wette über das Gewicht des abgetragen Maibaums ersetzt.

Reinholen des neuen Maibaums

Mitte März ist es dann so weit. Mittels Rückezug, Baumwagen, Bagger, Muskelkraft und der Unterstützung von Altburschen und Gönnern macht sich der über 30 Meter lange und rund 4 Tonne schwere Maibaum samt Polizeieskorte auf den Weg nach Unterhaching.
Nachdem diverse Hindernisse – vom Bahnübergang über Kreisverkehre bis hin zum Wegzoll anderer Burschenvereine – überwunden wurden wird der Baum kurz vor der Ortsgrenze geschmückt, die Burschen sitzen auf und so beginnt mit Blasmusik vornweg ein schöner Zug durch die Gemeinde. Unter der Beobachtung vieler Unterhachinger, Gönner und Freunde des Vereins bahnt sich der Maibaum mit dem ein oder anderen Schnaps den Weg zu seiner Heimat für die nächsten 6 Wochen – der Wachhütte.

Herrichten des neuen Maibaums

An der Wachhütte wird der Baum nicht nur bewacht sonder auch für seinen großen Auftritt am 1. Mai vorbereitet… und es gibt einiges zu tun. Zu Beginn wird die restliche Rinde vom Baum entfernt (gescheppst), anschließend wird er gehobelt bevor dann mit Hilfe von Schleifmaschinen und Spachtelmasse die letzten Unebenheiten beseitigt werden. Parallel wird der Fuß des Baumes (…wir sagen Arsch…) so zugeschnitten, dass er auch in unserer Schiene vor der Gaststätte Kammerloher Platz findet. Schließlich werden die Stopsel eingefräst, die beim Aufstellen Halt für die Scharstangen geben. Dann sollten 3 Wochen Zeit sein, damit der Baum noch weiter austrocknen kann bevor sich schließlich in der zweiten Aprilwoche unser Maler an sein Werk macht und die Altburschen die Schienen zur Befestigung der Zunftzeichen einpassen.

Maibaumwache

Doch neben den vielen Arbeiten am Baum muss dieser auch noch bewacht werden, damit er nicht von Burschenvereinen aus der Umgebung entwendet wird. Da wir in den letzten Jahren selbst den ein oder anderen Maibaumklau versucht haben, müssen wir auch besonders wachsam sein. Somit herrscht 6 Wochen lang Ausnahmezustand auf der Maibaumwache, wobei im Durchschnitt jeder Bursche 3 bis 4 Wachen von 18 Uhr abends bis zum nächsten Morgen abhält. Doch keine Angst, Langeweile kommt hierbei selten auf. Ob beim Theaterabend, bei Live Musik, der Cuba-Wache, dem Kräftemessen am Nagelstock, der Altburschenwache, der legendären Madlwache oder einfach beim gemütlichen Beisammensitzen – hier ist immer was los und da es sich hungrig schließlich nicht besonders gut wacht ist unsere kulinarische Abteilung immer für eine Überraschung gut.
Da aber die Abende doch meist recht feucht fröhlich enden wird von einer Anreise mit dem Auto abgeraten, doch auch der Fahrradabstellplatz sollte sorgfältig gewählt werden…

Tanzproben

Traditionell beenden wir am 1. Mai am Nachmittag das Aufstellen des Maibaums mit einigen traditionellen bayrischen Tänzen und auch das will gelernt sein. Somit stehen uns im Vorfeld die ein oder andere schweißtreibende Tanzstunde bei unserem Tanzmeister Simmerl Weiss bevor.

Stadlfest

Am Wochenende vor dem ersten Mai heißt es: Tanz in den Mai! Bei griabiger Live Musik, in der Birker Burschen Sternen Bar oder im Partytempel im 1. Stock – auf jeden Fall ein legendäres Fest und eine super Einstimmung auf den 1. Mai…

1. Mai

Dann ist der Tag gekommen, auf den wir 6 Wochen hingearbeitet haben: Der 1. Mai! Punkt 9 Uhr ist der Maibaum in seiner Schiene vor dem Kammerloher und das Aufstellen per Muskelkraft und unseren Scharstangen beginnt. Große Konzentration und das Fachwissen einiger Altburschen sind hier notwendig, etwa 2 Stunden dauert das Spektakel und viele Besucher sind unsere Gäste.

Um 14 Uhr der zweite Programmhöhepunkt: Der Tanz um den neuen Maibaum. Mit der Fahne ziehen die Burschen und Mädels vom Glonnerhof zum Kammerloher, es folgen die Reden von Vorstand und Maikönig und das Aufziehen der Fahne unter den Klängen der Bayernhymne. Danach führen wir unsere Volkstänze auf und beschließen damit wieder für 4 Jahre dieses schönste Kapitel unserer Vereinsgeschichte.